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Natur pur – ein romantischer Genießertörn durch den Göta-Kanal…

Schon in Göteborg, Starthafen dieser ungewöhnlichen Reise mit der MS „Diana", bemerkten Gäste Annehmlichkeiten, die sich von anderen Schiffsreisen abheben - es sei, man wäre persönlich auf einer Luxusyacht eingeladen! Der Anleger kann gar nicht verfehlt werden. Er befindet sich am Packhuskajen 10, unweit der Wahrzeichen von Göteborg: dem Viermaster „Viking", der heute als Hotel und Restaurant dient, dem 60 Meter hohen Riesenrad und nicht zuletzt das von den Schweden liebevoll genannte Hochhaus „Lipstick", der rotweißen Farbgebung wegen. Der Liegeplatz mit den „betagten" Passagierschiffen „Juno", „Wilhelm Tham" und „Diana", mit 80 Jahren das jüngste Schiff  der Göta-Kanal Flotte, beflügelt die Phantasie der Reisenden. Es war „Liebe auf den ersten Blick". Schon bei einer Hafenrundfahrt am Vortag, ist es möglich, die Schiffe seeseitig in Augenschein zu nehmen. Die Faszination, die von diesen „Goldie Oldies" ausgeht, lässt sich schwer in Worte fassen. Diese gepflegten maritimen Zeitzeugen muss man persönlich gesehen haben. Es werden Kindheitserinnerungen wach, wie man als Kleinkind sehnlich diesen Schiffen nachgeschaut hatte und gern an Bord gewesen wäre - die klein und überschaubar sind, nicht so wie die heutigen Riesenpötte.

Position 57° 42‘ 27 N 11° 57‘ 30 O, 09.00 Uhr, der rote Teppich ist ausgelegt! Nun ist es soweit, aber nicht für Promis wie Brad Pitt, Penélope Cruz oder Johnny Depp - den steten Seeräuber Captain Jack Sparrow, sondern für uns Gäste, die zur Eröffnung der diesjährigen Saison gekommen waren. Alle wurden an der Gangway herzlich empfangen und in ihrer Muttersprache persönlich vom Kapitän und der Hotelmanagerin Kjerstin mit Handschlag begrüßt. Das Eincheck-Procedere ist kurz und knapp: Man bekommt die Kabine genannt (wegen der Kojengröße), wo als Willkommensgruß Champagner und frische Erdbeeren standen. Manchem mag es zuerst in dem Urlaubsrefugium ein bisschen beengt vorkommen. Die Kabinen sind nostalgisch schön, aber kleiner als manch ein Hotelzimmer - mit Stockbetten und Klapptisch mit integriertem Wasserbecken (kalt und warm) versehen und Stromversorgung, 230 V. Für manch einen war diese Art luxuriös antiquiert zu reisen im ersten Augenblick ungewöhnlich. Doch der Charme, so zu reisen, wie es früher der Märchenerzähler H.C. Andersen und der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen taten, klein aber gemütlich und mit klassischer Eleganz, also ohne Radio, TV und anderen elektronischen Geräten, hat was für sich - Entspannung pur! Vergeblich wird man hier an Bord nach einer fulminanten Glitzerwelt suchen, nach großem Entertainment, Casino und Fahrstühlen. Sorry, einen Lift gibt es doch auf der „Diana", einen handbetriebenen Lastenaufzug von der beengten Kombüse unter Deck zur Pentry auf dem Shelterdeck. Es ist eben eine Zeitreise in die Vergangenheit, jedoch mit Annehmlichkeiten von heute! Das Schlüsselwort heißt: Sich verwöhnen lassen! Die Crew setzt alles daran, dass es eine unvergessliche Reise wird und die exquisite Küche, worauf wir noch zu sprechen kommen, bietet kulinarische nordische Spezialitäten, die selbst dem verwöhntesten Gourmet zufrieden stellen werden. „Toll, so lass ich mir die Seefahrt gefallen!" Nachdem man sich kurz eingerichtet hat, hieß es schon „Leinen los!" Die Fahrt from Coast to Coast konnte beginnen. Ich war erstaunt darüber, dass Gäste aus dem fernen Amerika, ja Australien, Italien, Holland, der Schweiz und neben Finnen einige Schweden und etlichen Deutschen diese nostalgische Reise kannten und mitmachen wollten. Ein frisch aufgebrühter Kaffee weckte vollends die Lebensgeister und erste Instruktionen geben Auskunft über Sicherheitsbelange an Bord und den Verlauf der Reise. Lustig war es, wie der Kapitän das internationale Sicherheitssignal vorträllert (7 x kurz, einmal lang). Schon der Start der viertägigen Nostalgie-Reise war großartig. Wir sitzen an Deck in bequemen Rattanstühlen, einige haben sich wegen der frühen Stunde noch eine flauschige Decken reichen lassen, und betrachten von dort die maritime Skyline Göteborgs. Es ging an die touristischen Highlights vorbei, ein kurzer Zwischenstopp an einer Eisenbahndrehbrücke und weiter geht's flussaufwärts im gemäßigten Schritttempo. Wie toll, die Luft ist besser als das edelste Parfum „C C Fragrances" vom Designer Clive Christian. Beiderseitig des natürlichen Ufers wechselten sich Industrieelle Kleinbetriebe, mit kleinen Bootswerften und backbordseitig dem großen DHL-Areal ab. Im leichten Fahrtwind lässt man an sich die nun liebreizend folgende Uferlandschaft, die vom himmlischen Scheinwerfer angestrahlt wird, vorüberziehen. Wir fahren der Ruhe entgegen. Einzig das Wegklagen hungriger Möwen war zu hören. Ob nun aus einem Korbstuhl auf dem Brückendeck, wo Gäste es sich bequem gemacht hatten, ein Buch lesend oder auf dem zugänglichen Vorschiff (Raucherecke), wo es sich vorzüglich mit Gleichgesinnten plaudern lässt und dabei die malerische Landschaft anschauen kann, machten sich erste Anzeichen von Wohlbehagen breit. Es ging auf die Mittagszeit zu und der Chefsteward Peter stellte sein Lunch-Menü vor. Er spricht neben schwedisch und englisch auch ausgezeichnet deutsch, und hilft gern bei der Auswahl der Weine. Zuvor reichte man uns ein Glas Champagner auf Kosten des Hauses und gab ein Toast auf die „Diana", die heuer 80 Jahre jung wird. Zudem begießt man in Schweden nicht den 1. Mai, sondern den 30. April als Verabschiedung der kalten Jahreszeit und trinkt einen Schluck auf das Wohlergehen von König Carl XVI. Gustav, der seinen 65. Geburtstag hatte. Um 13.00 Uhr, just in der Mittagszeit, erreichten wir die erste, 1916 erbaute Schleuse bei Lilla Edet. Im nu ist das Restaurant leer, alle wollten die erste Schleusung hautnah miterleben. Höchst interessant dieser Vorgang, selbst für erfahrene Sailors! Wer meint dass nun Langeweile eintrat, der irrt sich gewaltig. Denn Reisen durch den Göta-Kanal, die muss man mit allen Sinnen genießen. Sie sind ideal für gestresste Mitmenschen, für Skandinavienfans, Naturfreunde und Ruhesuchende, die sich an der schönen Landschaft Südschwedens mit ihren Wäldern und Wiesen, den typischen Häusern und historisch kulturellen Bauwerken erfreuen können. Wieder wurde eine Schleusenfahrt angekündigt: wir hatten die eindrucksvolle Schleusentreppe (vier Schleusen mit einer Fallhöhe von 32 Meter) erreicht und konnten in Trollhättan das Kanalmuseum mit imposanter Ausstellung besichtigen. Außerdem gab ein informativer Film Auskunft über den Bau des Kanals, der um 1600 von Göteborg bis Trollhättan gebaut wurde. Erst anfangs des 17. Jh. konnte der eigentliche Bau in Angriff genommen werden, um die Stromschnellen zu umfahren - doch mangels solider Finanzen scheiterte der Bau. Abermals vergingen Jahre, bis 1832 die Fahrrinne fertig gestellt und es möglich war, dass größere Schiffe (mit einer Ladung von 140 t) darin fahren konnten. Nach soviel Information hatten wir im Anschluss noch Zeit den alten Verlauf mit den Schleusenkammern zu besichtigen. Es ging weiter, zum Ort Vänersborg wo die Brinkebergskulle-Schleuse durchfahren wurde. Anschließend nahm MS „Diana" Kurs auf den offenen Vänersee, mit 140 km Länge der größte Binnensee Schwedens. Bei angenehm entspannter Atmosphäre reichte Chefsteward Peter eine Auswahl von Aperitifs und anschließend reichte er uns mit seiner Kollegin Lina das erste 3-Gang-Dinner im elegant eingerichteten Restaurant. Auch diese Räumlichkeit, der Speisesalon ist von der Lounge mit Pendeltüren, die geschmackvoll mit Butzenscheiben dem nostalgischen Stil entsprechen, getrennt, lies sich wie folgt umschreiben: Klein aber fein, wo jeder Tisch zum Fensterplatz wird. Das Essen geschmackvoll und delikat arrangiert - lesen Sie selbst: Gratinierte Fladenbrot-Rolle mit Elchhack und als Hauptgang folgte ein gegrillter Fjällsaibling mit jungen Röstkartoffeln an einer Weißweinsauce und in Butter geschwenkten Zuckerschoten. Das Dessert war eine Sünde wert: Moltebeerenparfait unter süßem Segel und als Final- Digestif ließ ich mir einen Amaro reichen. Es war spät, zu spät geworden, der Besuch des märchenhaften Schlosses Läckö, 1298 erbaut, blieb auf der Strecke. Heute steht das barocke Kleinod unter Denkmalschutz, das in den Sommermonaten als Kulisse für Schloss-Konzerte genutzt wird.

Noch zur nächtlichen Stunde wird bei Sjötorp, Position 58° 50‘ 11 N  13° 58‘ 47 O die erste der insgesamt 58 Schleusen des Göta-Kanal angelaufen. Ich werde gegen 06.00 Uhr in der Früh geweckt - aber nicht wie Sie denken, vom Weckdienst. Nein, mir schien die aufgehende Sonne in die Kabine und das frohlockende Gezwitscher der Singvögel machte mir die Entscheidungsfindung leicht - Entscheidungen ob nun aufzustehen oder sich nochmals zur anderen Seite legen. Es wurde die Gunst der Stunde genutzt, und raus aus der Koje. Dann wurde eines der sieben Gemeinschaft-Duschbäder geentert (sie sind wirklich pikobello und ausreichend für alle Gäste) und anschließend mit einem Kaffee in der Hand konnte man einen kleinen Smalltalk mit dem Chiefmaat auf der Brücke halten - selbige ist für jedermann/frau zugänglich. Mehr und mehr rührten sich die Lebensgeister an Bord. Die „Smoker" traf man an Steuerbord, an der Raucherecke und andere hatten wiederum das eine oder andere Motiv gesichtet und abgelichtet. „Der frühe Vogel fängt den Wurm", oder „Morgenstund‘ hat Gold im Mund" - soll heißen: Das frühe jungfräuliche Licht begeistert jeden Fotografen. In der Tat, diese Gegend ist ein Eldorado für Genussmenschen. Gegen 08.00 Uhr konnte wer wollte, sich am Frühstückbüfett stärken. Hier in Godhögen-Hajstorp an der Oberschleuse bekamen Frühaufsteher die Möglichkeit auf einem Treidelweg die 1.500 Meter lange Strecke zu laufen. Höchst interessant jetzt landseitig das Schauspiel, wie MS „Diana" im schmalen Wasserweg fährt, zu beobachten. Schnell noch ein Erinnerungsfoto und schon ging es weiter zur sehenswerten Ortschaft Töreboda mit nur 1.100 Einwohnern. Dort war auch die Querung der Eisenbahnlinie Göteborg-Stockholm mittels einer Klappbrücke zu sehen. Die wohl kleinste Fähre in Schweden „Lina", ca. 2 x 3 Meter überquert hier den Göta-Kanal. Urig, wie ich hörte, kostet die Passage gerade 50 SW Öre. Unweit davon wurden wir auf den Bergkanal (92 m über dem Meer) aufmerksam gemacht, der durch einen Obelisk markiert ist. Hatten wir bislang die Schleusenmeisterin beobachten können, wie sie nach dem Schleusenvorgang mit ihrem Auto zur nächsten Schleuse fuhr, gab es hier in Tåtorp eine Klappbrücke und Schleuse die noch von Hand bedient wurde. Zur Mittagszeit liefen wir in den Viken-See. Dieser verwunschene See dient als Wasserreservoir für den westlichen Kanal. Ein zarter Gongschlag ertönte, das hieß: es ist angerichtet. Just zum Lunch, es gab auf schwedischem Kavringbrot  (rustikales Sauerteig-Bauernbrot) Ei- und Heringssalat und anschließend Scheiben leicht gepökelter Rinderbrust mit geröstetem Wurzelgemüse an grobkörniger Senfsauce und frisch geriebenen Meerrettich, steuerten wir den engen Spetsnäskanal bei Billströmmen in Schneckentempo an. Welch Schreck zur Mittagsstunde, es gab Grundberührung mit der Uferböschung. Hier an der engsten Stelle des Wasserlaufs, teils kaum 20 cm Platz rechts und links der Bordwand, wird es zuweilen brenzlich. Zudem stellt der Kurvenverlauf höchste Ansprüche an unsern Kapitän Åke. Doch keine Panik, die leichte Berührung war für die Crew kein Problem. Ohne große Hektik, mit Zuhilfenahme einer langen Holzstange und entsprechendem Maschinenmanöver wurde MS „Diana" wieder flottgemacht. So als wäre nichts geschehen, sahen wir Enten, die uns scheinbar den weiteren Verlauf der Wasserstraße zeigen wollten und richtig idyllisch einige kleine mit Teichrosen bewachsene Seen. Wirklich eine faszinierende Passage, malerisch und sehr ursprünglich. Das weitere Highlight der Reise wurde angesteuert. Die gut 400 Seelengemeinde Forsvik, unweit von Karlsborg, wo wir später die gleichnamige Festung in Augenschein nehmen wollten. In Forsvik befinden sich bemerkenswerte Zeugnisse schwedischer Industriegeschichte - zum einen die älteste Schleuse (1813) und eine eindrucksvolle Eisenbrücke, die ebenfalls knapp 200 Jahr alt ist. Doch nun aber zum eigentlichen Höhepunkt: wir wurden von der christlichen Großfamilie Kindbom mit Blumen und religiösem Gesang empfangen, die an uns kleine Grußkarten mit Bibelsprüchen verteilten. So was Herzliches hatte ich bislang nirgendwo erlebt, wo Menschen sich zusammen finden, um vorbeireisende Touristen mit Schifferklavier, Gitarre und Liedgut Seelenheil mit auf dem Weg geben. Ich glaube, dass ich bestimmt nicht der Einzige war, der von dieser Begegnung ergriffen war. http://www.youtube.com/watch?v=cRK9DPO6OCQ       

Wir hörten von unserer Kjerstin, dass diese Tradition der frommen Familie bald 100 Jahre zurückreicht. Die guten Geister der „Diana" spendierten ein Tablett mit Kuchen und antworten - wie könnte es anders sein, mit den Paul Anka-Song „Diana". Wenngleich der wirtschaftliche Nutzen des historischen Kanals kaum noch eine große Bedeutung hat, so ist das „Blaue Band" als Kulturdenkmal schlechthin „die" touristische Attraktion Südschwedens. Weit mehr als 2,5 Mio. Besucher zieht es in diese Region. Ob nun auf Schusters Rappen, als Biker strampelnd oder lautlos mit „Knochenschmalz" paddelnde Kanuten - wir aber an Bord der „Diana" haben die schönste Art gewählt, um dieses „Herz von Schweden" hautnah kennen und lieben zu lernen. In aller Ruhe einfach auf dem Brückendeck zu sitzen, die wunderschöne Natur um sich herum zu betrachten. Es ist einfach unbeschreiblich herrlich den Luxus dieser Langsamkeit so zu erleben. Ob nun mit einem Gläschen Schampus die Seele streicheln, das originelle Göta-Kanal Bier kosten oder sich verleiten lassen, vom Vorschiff immer wieder die reizvollen Motive, wie die Spieglung der Uferlandschaft zu beobachten und zu fotografieren. Die Festung von Karlsborg, ebenfalls vom Erbauer des Kanals, Baltzar von Platen 1819-1909 initiiert, erreichten wir in den Nachmittagsstunden und erhielten dort einen informativen wie effektvollen Einblick beim Rundgang durch die Wehranlage -hier sei nur das akustische Gedonnere von Kanonen und die teilweise nur in Kriechhöhe angelegten Gänge angesprochen. Es nieselte leicht, als die Fahrt zum Vättersee in Westost-Richtung fortgesetzt wurde. Den beiden größten Binnenseen von Schweden wird nach einer Sage vom Unwillen eines Riesen nachgesagt, dass sie entstanden sind nach dem zu Urzeiten der Riese keine gerade Furche pflügen konnte und aus lauter Wut die verkorksten Schollen rausriss und in die Ostsee warf, wobei die Krater sich mit der Zeit mit Wasser füllten. Wer sich die Umrisse der Inseln Öland und Gotland vor Augen hält, möchte meinen, dass etwas an dieser Geschichte dran wäre. Für mich gab es aber einen anderen Anlass, den prächtigen Sundowner der über den See seine letzten Strahlen schickte, abzulichten. Unser nächste Zielhafen Motala wurde in den Abendstunden angelaufen. Nach dem kulinarischen Höhepunkt, hier muss ich endlich einmal den Meisterköchinnen Maria und Lisa mein Lob und Hochachtung  aussprechen, bei welchen räumlichen Widrigkeiten sie Tag für Tag ihre köstlichen Kreationen auf engstem Raum herstellen. Nach dem vorzüglichen Dinner reichte mir Peter als Digestif einen Armagnac und die Frage stand an, was nun mit dem angebrochenen Abend machen, derweil die Witterung sich zum Leidwesen aller Gäste nicht gebessert hatte. Die Stadt, die auch die Handschrift vom Grafen von Platen trägt, wird liebevoll „Hauptstadt des Göta-Kanals" genannt. Eine kleine Runde die Füße vertreten, der vorgesehene Besuch des Motormuseums fiel buchstäblich ins Wasser, nur kurz ein stimmungsvolles Foto vom Haus der Kanalverwaltung und danach ging es retour an Bord, um in der Lounge mit einem (oder waren es zwei) Schlummertrunk in illustrer Runde klönen.

Position 58° 32‘ 01 N 15° 02‘ 23 O noch zu nachtschlafender Zeit verließ MS „Diana" ihren Liegeplatz mit Kurs auf Borenshult, wo es nach einer fünfstufigen Schleusentreppe in Richtung des Sees Boren geht. Bei der Ortschaft Borensberg, die wir zur Frühstückszeit erreichten, sahen wir abermals eine von Hand zu bedienende Schleuse. Gleich dahinter gab es am linken Ufer an einer privilegierten Stelle direkt am Kanal das renommierte 1908 erbaute Göta Hotell zu sehen. Das, so hörten wir, mit seinem kulinarischen Angebot einen ausgezeichneten Ruf genießt. Sofort anschließend auf der rechten Seite, hinter einer Biegung ragte ein „Lusthaus" in den Kanal - das von den Seeleuten „Fasor rorsman" - Schrecken des Steuermanns genannt wird. Von wegen stinknormal, herrlich ist es in der gesamten Region, entlang der eindrucksvollen Landschaft entlang des Göta-Kanals, wo kleine schmucke rostrot und pastellfarbene Häuschen sich abwechseln mit Birkenhainen, Pappeln, schilfbegrünter Uferstreifen, Wiesen und Ackerland - diese unverfälschte Mutter Natur so nur von Bord zu sehen. Es ging Schlag auf Schlag weiter: Ob mit Foto- oder Cam das Aquädukt bei Kungs Norrby, wo wir mit dem Schiff die Reichsstraße 36 überquerten, ebenso das Aquädukt in Ljungsbro, man kam aus dem Staunen nicht raus. Den Kanalverlauf über eine Straße, das war mir bislang unbekannt - so auch das nächste Schleusensystem in Berg mit 15 (!) Schleusenkammern. 40 Meter abwärts führt die Carl-Johans Schleusentreppe. Das muss man gesehen, das muss man aus nächster Nähe live erlebt haben. Eine Schande, dass das Petrus nicht mitgespielt hatte. Doch trotz Nieselregen war es aber dennoch außerordentlich beeindruckend! In den folgenden Mittagsstunden kreuzten wir den See Roxen und liefen zur Kaffeezeit die Schleuse Norholm an. In den nächsten Stunden durchquerten wir den Asplängen-See. Er mündet bei der idyllischen Kleinstadt Söderköping, die einst eine mächtige Hansestadt war, in den Meerbusen der Ostsee. Den Besuch dieser mittelalterlichen Stadt, um dort das viel gerühmte Eis zu probieren, wurde ausgelassen - wir lenkten unsere ganze Aufmerksamkeit dem gesellschaftlichen Höhepunkt dieser Reise zu - das Captain-Dinner. Aber zuvor, vor der Schleuse zu Mem, unweit der E22 musste mein „Knipskasten" nochmals ran.

Position 58° 28‘ 43 N 16° 25‘ 12 O Es ist nicht mehr Tag, es ist noch keine Nacht, in dieser herrlichen Blauen Stunde genieße ich das magische Licht des Augenblicks. Der sich neigende Tag verwandelte den Wasserlauf hinreißend mit einer märchenhaften Abenddämmerung. Ein Panorama wie schöner es nicht sein konnte: Eine bizarre Stimmung verzauberte den Horizont. es schien, als hätten Elfen heute Ausgang. Schemenhaft legte sich die Wärme des Tages aufs kalte Wasser und erzeugte eine eigenartig verwunschene Stimmung in der aber auch etwas Wehmut steckte - das Ende der Reise naht. Alles anders, was nun zum Farewell-Dinner in einer völlig entspannten Atmosphäre gereicht wurde: ein exquisites Essen mit Meeresfrüchte Mousse und Roggenbrot des Schiffes, Scheiben eines im Ganzen gebratenes Rinderfilet, mit einer Terrine von Västerbottenkäse an Rotweinsauce und Gemüseragout - zudem wurde uns ein ausgezeichnet korrespondierender vollmundiger Wein, Capitel de Roari Amarone kredenzt und zum Abschluss ein knusperiges Baiser mit einem Rhabarbertraum. Im Anschluss hatte die Schiffsführung noch eine Überraschung parat: Jeder Gast erhielt in einer aufgelockerten Runde vom Åke, das darf nicht ungenannt sein, ist ein Kapitän zum Anfassen, höchst persönlich ein Göta-Certificate überreicht. Glauben Sie mir, die Begeisterung fand kein Ende. Die Schiffsführung bedankte sich bei den Gästen, dass sie diese Reise an Bord der „Diana" gemacht hatten. Åke, Kjerstin, Peter und unsere beiden Köchinnen Marie und Lisa erhoben den Champagnerkelch: „För en tidig återförening, och skål!" Fragebögen zum Reiseverlauf wurden verteilt und der letzte Tag brachte auch noch einige Erlebnisse, die ich nicht unterschlagen möchte - eben die Fahrt durch die bezaubernde Schärenwelt.

Position 59° 19‘ 14 N 17° 47‘ 59 O,  wildromantisch, die kleinen und kleinsten Inselchen, wo man stellenweise ein Lighthouse in Augenschein nehmen konnte. Hier und da blankgescheuerte mit Moos und Flechten überzogene Granitfelsen. Manche erheben sich kaum ein, zwei Meter aus dem Meer. Auf anderen stehen niedrige windgepeitsche Nadelbäume und auf die etwas größeren Eilande, vereinzelnd isoliert von der lärmenden Außenwelt, sah man kleine bunte Ferienhäuser. Einsames Meeresbiotop, Möwen kreischen, kaum dass sich Boote, geschweige größere Schiffe zeigen - das ist der besondere Reiz dieser Gegend. Der Wind frischt mehr auf, man sucht Zuflucht an windgeschützten Ecken und die Luft schmeckt salzig. Dies ist der Charme, der keineswegs den Massentourismus anlockt. Wer hier Urlaub macht ist ein Outdoor-Freak. Die Natur, die wir in diesen vier Tagen erlebt haben, lässt sich ungestört genießen, besonders auf unserem schmucken Urlaubsdomizil, das wir in den nächsten Stunden aber verlassen müssen. Nach Birka, einer alten Wikingerstadt auf einer der kleinen Stockholm vorgelagerten Insel im Mälaren See, die von der UNESCO zur Weltkultur geadelt wurde, wurden wir nochmals vom Zauber des spektakulären und unbeschreiblich schönen Schärengarten gefangen genommen. Welch ein Kontrast, die blanken Felsen, das kräftige Grün der Bäume, hier und da ein ochsenblutrot angestrichenes Ferienhaus und das nimmerendende Blau des Himmels und der Ostsee - ich jubiliere bei dem Gedanken, diese beeindruckende Naturschönheit der letzten Tage sich zu verinnerlichen. No Stress, no Handy und kein Straßenlärm - das ist Entspannung pur, ein Labsal für die Seele! Über 30-35.000 Inseln, Schären und Felsklippen gibt es in dieser einzigartigen Meereslandschaft. Nur einige 1.000 sind bewohnt - ein Paradies für alle Aktivurlauber und Bootstouristen! Scheinbar wie von magischen Kräften gezogen, findet unser Kapitän seinen Weg durch die engen Sunde, die mitunter nur ein Steinwurf auseinander liegen. Jammerschade, dass wir diese Eilande nur im trüben Licht zu sehen bekamen, wie herrlich müsste es im Hochsommer hier aussehen. Wellen und ihr Rauschen konnte jetzt vernommen werden. Unüberhörbar klatschten sie an der Bordwand, spielten mit den hölzernen Fendern, die unsere MS „Diana" in dem engen Gewässer des Göta-Kanals benötigte. Der Skärgården bleibt unvergessen! Schaffen wir es oder nicht, um des Königs Anwesen zu sehen. Die Zeit war knapp, die Sicht nicht gerade optimal - ja, unser Kapitän machte es möglich, dass wir das Schloss Drottningholm zu sehen bekamen. Exakt zur Lunchzeit zogen unsere beiden Ladys der Spitzenküche noch einmal alle Register um unseren Gaumen zu verwöhnen. Einerseits die Regen verhangene Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie. Das 1662- 1670 auf der vorgelagerten Insel Lovön gebaute Schloss Drottningholm mit Parkgelände, steht in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und zum anderen die schönste Nebensache der Welt. Nein, nein kein Sex und kein Fußball oder Autos, sondern Essen und Trinken! Es war die letztmalige Hommage der Bordküche: Dekorativ ein und höchst bezaubernd angerichteter und wohlschmeckend auf Aromen harmonisch abgestimmter Lunch: Panierte in Butter gebratene Ostseeheringe an Kartoffelmus und Cranberrys mit lauwarmen Gemüsen aus erster Ernte. Kaum anders verführerisch die leckere Nachspeise: eine auf Himbeer-Rippel drapierte Schokoladentrüffeltorte, geschmacklich mit Rosmarin. Wie in all den Tagen zuvor, es hatte köstlich gemundet. Die letzte Schleuse bei Hammerby brachte uns vom Mälarsee auf den Saltsjö. Kapitän Åke ließ es sich nicht nehmen, im Hafen von Stockholm noch eine Ehrenrunde zu drehen, um uns die Schönheit des „Venedig des Nordens" zu zeigen. Diese geschichtsträchtigste Stadt Schwedens ist auf 14 Inseln gebaut und wird mittels 40 Brücken miteinander verbunden. Schon im Herzen der historischen Altstadt, Gamla Stan sind eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten zu sehen: um hier nur das königliche Schloss zu nennen, dann die weithin sichtbare Storkyrkan, das Tivoli mit Karussell und Achterbahn, die Masten der Vaasa-Museumshalle, wie „Af Chapman" ein ausgedienter Windjammer, der heute als Jugendherberge genutzt wird und und,... direkt am gegenüber liegenden Kai ein italienischer Gigant der Meere, wo über 3.000 Passagiere Platz finden. Welch ein Unterschied zu unserem Schiff! Wir erreichen den Liegeplatz am Skeppsbrokajen, wo wir uns aber noch ein wenig vom Abschiednehmen gedulden mussten. Erst als der rote Teppich lag und die gesamte Mannschaft zum Abschied angetreten war, ging es von Bord der liebgewonnenen „Diana" - „Tack för allt och du snart hej då!" Meine leichte Verbeugung vor der Schönheit der Natur und den Streicheleinheiten für unsere ans Herz gewachsene MS „Diana" und deren Crew möge man mir verzeihen - es war eben so unsagbar schön, wenngleich hier und da das Wetter nicht immer mitspielte. Glauben Sie mir: es gibt eine Zeit des Genusses, eben diesen romantischen Genießertörn durch den Göta-Kanal life zu erleben, und es gibt eine Zeit des Erinnern, um diese Erlebnisse und Begegnungen wachzuhalten.

Zusätze:

Bibelspruch der Kindbom Familie, Karlsborg

Des Segens weiße Lilien beleuchten Deinen Lebensweg. Trotz Kampf und Misserfolg, den Du erfahren wirst, wird der Stern der Hoffnung glänzen und die Palmen des Sieges rauschen, wenn Du das Gebet Deiner Kindheit wieder betest: „Gott, der alle Kinder lieb hat!" 

Daten zur Kanalgeschichte

Vor 180 Jahren war es ein wichtiger Handelsweg. Der Göta-Kanal, wo einst Frachtkähne Vieh, Fracht und Menschen transportierten und mittels Pferdegespann und durch Manneskraft getreidelt wurden. Heute gehört diese 190 Kilometer lange Wasserstraße zu den beliebtesten touristischen Attraktionen Südschwedens, die 2010 mit dem TRIP Global Award geadelt wurde. Initiiert: Graf Baltzar von Platen, Bauzeit: 1810- 1832. Kosten: Neun Mio. Reichstaler, was heute ca. 1,25 Mrd. Euro entspricht. Manpower per Handarbeit: 58.000 eigens für den Kanalbau abgestellte Soldaten, die in dieser Zeit ca. sieben Mio. Tagewerke a 12 Stunden leisteten. Länge: 190,5 km, davon 87 km künstlich angelegt, Schleusen: 58, Brücken: 50, Seen: 5, Aquädukte: 2, höchster Punkt: 92,0 Meter. Einsparung gegenüber den Seeweg Göteborg - Stockholm 800 km und mit einem Expresszug würde die Fahrt gut 3 Stunden dauern.

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